Strafrechtliche Massnahmen und damit einhergehend psychiatrische Begutachtungen erhalten in Strafverfahren einen immer grösseren Stellenwert. Für Jurist:innen, die beruflich mit dem strafrechtlichen Massnahmerecht konfrontiert werden, ist es unerlässlich, um über diesbezügliche Spezialkenntnisse zu verfügen.
Zielpublikum:Der CAS richtet sich an Jurist:innen, d.h. Anwält:innen, Staatsanwält:innen, Richter:innen und Vollzugsjurist:innen.
Ziele:Der CAS vermittelt in zwei Modulen fundierte Spezialkenntnisse im Bereich strafrechtliche Massnahmen, wobei die Ausgestaltung auf solidem theoretischem Fundament (aus juristischer und psychiatrischer Sicht) besonders praxisnah ausgestaltet ist.
Inhalt:
Der CAS ist modular aufgebaut. Er gliedert sich in zwei Module.
Modul 1: Grundlagen strafrechtlicher Massnahmen
Das erste Modul umfasst folgende Inhalte, die als Einführung in die Thematik (aus juristischer und psychiatrischer Sicht) sowie als Grundlage für die weiteren Module gelten.
- Einführung, Überblick und kritische Würdigung des Massnahmenrechts
- Die drei unabdingbaren Voraussetzungen einer Massnahme: Schwere Störung, Risiko, Behandelbarkeit/Behandlungserfolg
- Methode der Begutachtung
- Prognoseinstrumente für junge Erwachsene
- Psychische Störungen im Jugendalter, Massnahmen für junge Erwachsene und Massnahmen im Jugendstrafrecht
- Persönlichkeitsstörungen
- Sexuelle Devianz
- Schizophrenie
- Sucht
- Störung in der Persönlichkeitsentwicklung
- Risikoanalyse
- Validität von Risikoeinschätzungsinstrumenten
- Verlaufsbeurteilungen
Modul 2: Umgang mit Entscheidungsgrundlagen und Vollzug strafrechtli-cher Massnahmen
Im zweiten Modul wird auf Verfahrensfragen sowie auf psychiatrische Gutachten und die damit einhergehenden Risikoanalysen eingegangen, welche die zentralen Entscheidungsgrundlagen bei der Anordnung von strafrechtlichen Massnahmen darstellen.
- Gutachtensanalyse aus juristischer und psychiatrischer Sicht
- Verfahrensfragen und die besonderen Probleme der Verteidigung im Zusammenhang mit strafrechtlichen Massnahmen
- Dauer von therapeutischen Massnahmen, Verlängerung und Verhältnismässigkeit
- Umgang mit Entscheidungsgrundlagen
- Ausländer:innen mit Rückkehr
- Ambulante Massnahmen aus Sicht der Jurist:innen und aus Sicht der Therapeut:innen
- Zwangsmedikation, Fesselung und Isolation
- Verwahrung
- Übergangsmanagement
- Materielle Fragen des Massnahmenvollzugs und die diesbezüglichen Verfahrensfragen sowie das Fallmanagement aus Sicht des Vollzugs
- Besuch von zwei Anstalten (offene und geschlossene Anstalt)