Elektroinstallateur/in werden: Lohnt sich die Ausbildung in der Schweiz?

Gepostet 17.03.2026, Ivan Storchi

Elektriker/in werden – das ist der Wunsch vieler Schulabgänger/innen und Quereinsteiger/innen. Offiziell heisst der Beruf Elektroinstallateur/in EFZ, und er gehört in der Schweiz zu den gefragtesten Handwerksberufen: mit stabilen Jobaussichten, attraktivem Lohn und vielseitigen Aufstiegsmöglichkeiten.

Elektroinstallateurinnen und Elektroinstallateure arbeiten mit moderner Technik und schaffen die Grundlage für sichere elektrische Anlagen. Foto: Freepik
Elektroinstallateurinnen und Elektroinstallateure arbeiten mit moderner Technik und schaffen die Grundlage für sichere elektrische Anlagen. Foto: Freepik

Kurz und klar: Die Antwort vorweg

Die Schweiz steht vor einer doppelten Herausforderung: Energiewende und Digitalisierung verändern den Alltag – und gleichzeitig fehlen der Elektrobranche spürbar Fachkräfte. Wer sich fragt, ob sich eine Lehre als Elektroinstallateur/in EFZ heute noch lohnt, bekommt hier die klare Antwort: Ja – und zwar aus drei Gründen.

Erstens bietet der Beruf überdurchschnittlich sichere Jobaussichten, weil der Fachkräftemangel in der Branche ausgeprägt ist und sich durch die Energiewende weiter verschärfen dürfte.

Zweitens ist die Lehre finanziell attraktiv: Der Lehrlingslohn steigt über die vier Lehrjahre kontinuierlich an, und nach dem EFZ-Abschluss verdienen Berufseinsteiger/innen im Schnitt zwischen CHF 5'000 und 6'500 brutto im Monat – mit Erfahrung und Weiterbildung deutlich mehr.

Drittens eröffnet das Schweizer Berufsbildungssystem nach der Lehre eine klar strukturierte Karriereleiter – vom eidgenössischen Fachausweis über das Diplom bis zum Fachhochschulstudium –, die in kaum einem anderen Handwerksberuf so durchlässig ist.

Wie die vierjährige Lehre konkret abläuft, was sie einbringt und welche Weiterbildungswege sich lohnen, zeigt dieser Ratgeber im Detail.

Ein Beruf im Wandel – mit besten Zukunftsaussichten

Photovoltaikanlagen, Elektromobilität, Smart-Home-Systeme und Gebäudeautomation verändern den Alltag – und sie alle brauchen qualifizierte Fachkräfte, die planen, installieren und warten können. Genau hier kommen Elektroinstallateurinnen und Elektroinstallateure ins Spiel.

Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel in der Branche spürbar: Offene Stellen bleiben im Durchschnitt deutlich länger ausgeschrieben als in anderen Berufsgruppen. Wer sich heute für diesen Berufsweg entscheidet – ob als Jugendliche/r, Quereinsteiger/in oder Weiterbildungswillige/r – trifft eine Entscheidung mit Zukunft.

Was sich mit der BiVo 2026 ändert: Mit dem Inkrafttreten der neuen Bildungsverordnung wurde die Lehre grundlegend modernisiert. Kompetenzen wie Systemverständnis, digitale Fähigkeiten und nachhaltige Gebäudetechnik sind nun fester Bestandteil der Grundbildung. Die neue Verordnung gilt für alle Lernenden, die ihre Lehre ab 1. Januar 2026 beginnen.

Die Lehre als Elektroinstallateur/in EFZ

Die Lehre als Elektroinstallateur/in EFZ dauert regulär vier Jahre und bildet die Basis der beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis. Sie erfolgt im dualen System: Die Lernenden arbeiten in einem Lehrbetrieb und besuchen parallel die Berufsfachschule sowie überbetriebliche Kurse.

Inhalte der Lehre

Während der Lehre erwerben die Lernenden Kenntnisse in:

  • Elektroinstallationen in Wohn- und Zweckbauten
  • Mess-, Steuer- und Regeltechnik
  • Gebäudeautomation und Netzwerktechnik
  • Photovoltaik und erneuerbare Energiesysteme
  • Sicherheitsvorschriften und Normen (NIN)

Voraussetzungen für die Lehre

Es gibt keine gesetzlichen Mindestanforderungen, jedoch verlangen die meisten Lehrbetriebe einen guten Abschluss der obligatorischen Schulzeit. Von Vorteil sind gute Noten in Mathematik, Physik und Technischem Zeichnen sowie handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen.

Lohn während der Lehre als Elektroinstallateur/in

Der Lehrlingslohn ist in der Schweiz nicht gesetzlich einheitlich geregelt, sondern wird von den regionalen Sektionen von EIT.swiss empfohlen und kann je nach Kanton und Lehrbetrieb variieren. Als Richtwerte gelten:

Lehrjahr mit Monatslohn (Richtwert):

1. Lehrjahr ca. CHF 700.-
2. Lehrjahr ca. CHF 900.-
3. Lehrjahr ca. CHF 1'150.-
4. Lehrjahr ca. CHF 1'460.-

Es gibt keine gesetzlichen Mindestanforderungen, jedoch verlangen die meisten Lehrbetriebe einen guten Abschluss der obligatorischen Schulzeit. Von Vorteil sind gute Noten in Mathematik, Physik und Technischem Zeichnen sowie handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen.

Quelle: berufsberatung.ch – Empfehlungen, die je nach Kanton und Betrieb nach oben oder unten abweichen können.

Was verdient man als Elektroinstallateur/in nach der Lehre? Nach bestandener Lehrabschlussprüfung steigt der Lohn deutlich: Berufseinsteiger/innen mit EFZ verdienen im Schnitt zwischen CHF 5'000.- und 6'500.- brutto im Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung und Spezialisierung sind laufend höhere Löhne möglich – erfahrene Fachkräfte und Projektleiter/innen erreichen Bruttolöhne bis gegen CHF 9'000.- im Monat. Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Elektrobranche regelt zusätzlich einen Mindestlohn für ausgebildete Elektroinstallateur/innen EFZ sowie in der Regel einen 13. Monatslohn.

Lehrstellenangebot in der Schweiz

Lehrplätze sind in der gesamten Schweiz verfügbar. Die meisten Stellen finden sich in den bevölkerungsreichen Kantonen – offene Lehrstellen Elektroinstallateur/in EFZ.

Weiterbildungswege: Vom EFZ zum Diplom

Was kann man nach der Lehre als Elektroinstallateur/in machen? Das Schweizer Berufsbildungssystem bietet nach dem EFZ-Abschluss eine klare Karriereleiter mit anerkannten eidgenössischen Abschlüssen. Jede Stufe öffnet neue Türen – beruflich und finanziell.

Berufsprüfung (BP) – Eidgenössischer Fachausweis

Nach mehrjähriger Berufserfahrung kann die Berufsprüfung abgelegt werden. Zur Auswahl stehen unter anderem:

  • Elektro-Sicherheitsberater/in mit eidg. Fachausweis
  • Projektleiter/in Installation und Sicherheit mit eidg. Fachausweis
  • Telematik-Projektleiter/in mit eidg. Fachausweis

Der eidgenössische Fachausweis ist ein schweizweit anerkannter Berufsabschluss und berechtigt zur Höheren Fachprüfung.

Höhere Fachprüfung (HFP) – Eidgenössisches Diplom

Die HFP qualifiziert als Spezialistin oder Spezialist auf Expertenniveau. Absolventinnen und Absolventen sind befähigt, Führungsaufgaben zu übernehmen oder ein eigenes Elektroinstallationsunternehmen zu leiten. Der Abschluss lautet: Elektroinstallateur/in mit eidg. Diplom.

Höhere Fachschule (HF)

Der Bildungsgang Dipl. Elektrotechniker/in HF vermittelt vertiefte ingenieurstechnische Kenntnisse auf praxisorientierter Basis. Die Ausbildung dauert in der Regel zwei Jahre (Vollzeit) oder drei bis vier Jahre (berufsbegleitend).

Fachhochschule (FH)

Mit einer Berufsmaturität oder entsprechender Zulassung ist der Weg an eine Fachhochschule offen. Mögliche Studiengänge:

  • Bachelor of Science in Elektrotechnik und Informationstechnologie
  • Bachelor of Science in Gebäudetechnik und Energie

Spezialisierungskurse 

Neben den formalen Abschlüssen bieten Institutionen wie EIT.swiss, das IBZ, das sfb.ch oder die ABB-Technikerschule eine Vielzahl an kürzeren Kursen und Zertifikaten an, zum Beispiel in: 

  • Photovoltaik und Solarenergie 
  • Smart Home / Gebäudesystemtechnik (KNX) 
  • E-Mobilität und Ladeinfrastruktur 
  • Netzwerktechnik

Übersicht: Der Bildungsweg auf einen Blick

Übersicht des Bildungswegs mit 3 Spalten und 4 Zeilen
Abschluss Dauer (nach EFZ) Typische Voraussetzung
Eidg. Fachausweis (BP) ca. 2 Jahre berufsbegleitend EFZ + Berufserfahrung
Eidg. Diplom (HFP) ca. 2 Jahre berufsbegleitend Meist eidg. Fachausweis + Berufserfahrung
Dipl. Techniker/in HF 2–4 Jahre EFZ + Berufserfahrung
Bachelor FH 3 Jahre Vollzeit oder berufsbegleitend länger EFZ + Berufsmaturität

Quereinstieg und Umschulung zum Elektroinstallateur / zur Elektroinstallateurin 

Wer den Beruf nicht direkt nach der obligatorischen Schule erlernt hat, kann auch später einsteigen. Es gibt verschiedene Wege: 

Verkürzte Grundbildung: Erwachsene mit verwandter Ausbildung oder Berufserfahrung können die EFZ-Lehre teilweise verkürzen – je nach Vorbildung oft auf zwei bis drei Jahre statt der regulären vier Jahre.

Nachholbildung nach Art. 32 BBV: Personen mit mehrjähriger praktischer Erfahrung im Berufsfeld können das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) auch ohne klassische Lehre erwerben. Voraussetzung sind in der Regel mindestens fünf Jahre Berufserfahrung, davon ein wesentlicher Teil im entsprechenden Berufsfeld. 

Anerkennung ausländischer Abschlüsse: Wer im Ausland eine Ausbildung im Elektrobereich absolviert hat – etwa in Deutschland oder Österreich – kann die Berufsqualifikation in der Schweiz anerkennen lassen. Zuständig ist je nach Tätigkeit das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Für bestimmte reglementierte Tätigkeiten im Elektrobereich gelten zusätzliche Anforderungen und Bewilligungen.

Fazit 

Der Beruf Elektroinstallateur/in verbindet handwerkliches Können mit technischem Verständnis – und ist in der Schweiz gefragter denn je. Die Kombination aus solidem Grundlohn, einem klar strukturierten Weiterbildungsweg und zukunftssicheren Themen wie Energiewende und Digitalisierung macht diesen Berufsweg zu einer ausgezeichneten Wahl, ob für Schulabgängerinnen und -abgänger, Quereinsteiger/innen oder erfahrene Fachkräfte, die sich weiterentwickeln möchten. 

Wer in der Schweiz eine Ausbildung oder Weiterbildung im Bereich Elektroinstallation sucht, findet auf Bildung-Schweiz.ch eine Übersicht einiger Anbieter und Kurse.

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Ein Ratgeber von Bildung-Schweiz.ch, dem unabhängigen Schweizer Bildungsportal für Aus- und Weiterbildung.

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