So klappt die Lohnverhandlung

Gepostet 24.07.2026, Bildung Schweiz

Ob Jobwechsel oder das jährliche Qualifikationsgespräch: Die richtige Vorbereitung ist dein Schlüssel zur erfolgreichen Lohnverhandlung. Wir zeigen dir, wie du dein Wunschgehalt mit starken Argumenten und einem souveränen Auftreten clever durchsetzt.

Körpersprache sagt mehr als tausend Worte. Ruhig bleiben, bestimmt auftreten und dranbleiben. Foto: Pexels
Körpersprache sagt mehr als tausend Worte. Ruhig bleiben, bestimmt auftreten und dranbleiben. Foto: Pexels

Steht das jährliche Mitarbeiter- oder Qualifikationsgespräch vor der Tür? Bewirbst du dich gerade auf eine neue Stelle und möchtest deinen Einstiegslohn verhandeln? Oder bist du einfach der Meinung, dass du für deine Leistung aktuell zu wenig verdienst? 

Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengefasst, damit du souverän verhandelst und typische Fehler vermeidest. 

Unsere Tipps für eine erfolgreiche Lohnverhandlung 

 

1. Definiere dein Ziel 

Stell dir Fragen wie: Was verdiene ich jetzt und was will ich künftig verdienen? oder Was ist meine Leistung wert? 

  • Im bestehenden Job: Bei geschickter Verhandlung im jährlichen Gespräch sind meist 3 bis 7% mehr drin. Hat sich dein Aufgabenbereich stark erweitert oder steht eine Beförderung an, sind auch 10 bis 15% realistisch. 

  • Bei einem Jobwechsel: Hier solltest du versuchen, 10 bis 15% mehr als bei deiner alten Stelle herauszuholen. 
     

2. Setze deinen Lohn in Relation 

Ein gutes Argument ist, wenn du weisst, was in der Schweiz in deiner Position und Branche üblicherweise bezahlt wird. Liegt dein aktueller Lohn deutlich unter dem marktüblichen Niveau, stärkt dies deine Verhandlungsposition und liefert gute Argumente für eine Lohnanpassung.
 

3. Deine Leistung muss klar belegt sein 

Mehr Lohn bedeutet höhere Kosten für den Arbeitgeber. Bereite dich vor, deinen Mehrwert konkret zu belegen: Welche Erfolge hast du im letzten Jahr erzielt? Wie profitiert der Betrieb von deinem Einsatz? Kenne deine Stärken und Schwächen, um in der Verhandlung professionell zu argumentieren. 
 

4. Bleib hartnäckig, aber professionell 

Lehnt deine Führungskraft eine Erhöhung ab, solltest du die Entscheidung sachlich hinterfragen: 

Liegt es am Budget der Institution? Liegt es an der allgemeinen wirtschaftlichen Lage? Oder betrifft es deine persönliche Performance? Frage konkret: «Was müsste sich ändern, damit ich eine Lohnanpassung erhalte?» Halte die Antwort als klare Zielvereinbarung im Gesprächsprotokoll für das nächste Jahr fest.  
 

5. Körpersprache nutzen     

Mit dem richtigen Auftreten signalisierst du Souveränität. Vermeide hektische oder aggressive Gesten. Je mehr Ruhe und Selbstsicherheit du ausstrahlst, desto überzeugender wirkst du. Suche Blickkontakt und baue Distanz ab, indem du dich z. B. leicht seitlich zu deinem Gegenüber setzt. 
 

6. Bleibe kompromissbereit, aber ausdauernd 

Eine Verhandlung lebt vom Kompromiss. Wenn das Budget knapp ist, kannst du dich temporär mit einer kleineren Erhöhung zufrieden geben oder alternative Benefits (z. B. mehr Ferientage, Bonusregelungen, ÖV-Beiträge oder GA-HalbTax-Beteiligungen, Weiterbildungsbudget oder flexiblere Arbeitszeiten) akzeptieren. Signalisiere aber gleichzeitig, dass du das Thema in absehbarer Zeit erneut ansprechen möchtest. Beharrlichkeit zahlt sich langfristig aus. 

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Das solltest du vermeiden 

Folgende Argumente sind für deine Lohnverhandlung eher kontraproduktiv: 

«Mehr als die Hälfte meines Lohns geht für die Miete drauf.» 

Die eigenen Lebenshaltungskosten oder privaten finanziellen Verpflichtungen (wie eine Hypothek) sind Privatsache. In einer Lohnverhandlung spielen sie in der Regel keine Rolle. Schliesslich wirst du nach deiner Qualifikation und deiner Leistung bezahlt und nicht danach, wie viel Geld du für deinen aktuellen Lebensstandard benötigst. Fokussiere dich im Gespräch daher ganz auf deinen geschäftlichen Mehrwert. 

«Herr Meier verdient mehr als ich, obwohl ich bessere Arbeit leiste.» 

Vergleiche mit Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen sind in einer Lohnverhandlung nicht hilfreich. Selbst wenn Lohnunterschiede ungerecht sind: Der Fokus sollte auf dir liegen. Im Gespräch geht es ausschliesslich um deine eigenen Leistungen, deinen Einsatz und deinen Mehrwert für das Unternehmen – nicht um den Lohn der anderen. 

«Bei der Konkurrenz verdient man mehr.» 

Solche direkten Vergleiche mit Mitbewerbern können im Gespräch wie eine versteckte Drohung wirken. Anstatt Druck aufzubauen, argumentiere mit deinem objektiven Marktwert. Informiere dich im Vorfeld über die üblichen Löhne für deine Position in der Schweiz. So bleibt das Gespräch sachlich und partnerschaftlich. 

«Entweder ich bekomme mehr Lohn, oder ich kündige!» 

Forderungen oder Drohungen führen in Verhandlungen nicht zum Ziel. Wenn dein Gegenüber die Forderung ablehnt, stehst du unter Zugzwang. Zudem macht dieses Argument schnell den Eindruck, dass deine Motivation im aktuellen Job bereits stark nachgelassen hat. Konzentriere dich stattdessen darauf, warum du gerne im Unternehmen bist und warum deine Leistung eine Lohnerhöhung rechtfertigt. 

«Meine letzte Lohnerhöhung liegt Jahre zurück.» 

Dass die letzte Erhöhung lange zurückliegt, bedeutet nicht, dass du jetzt mehr Verantwortung übernimmst. Erwähne lieber konkrete Entwicklungen: Welche neuen Aufgaben hast du übernommen und was hast du erreicht? 

Eine erfolgreiche Lohnverhandlung basiert auf einer durchdachten Vorbereitung, sachlichen Argumenten und einem souveränen Auftreten. Kenne deinen Marktwert, belege deine Leistungen und verzichte auf emotionale oder vergleichende Argumente. 

Bleib flexibel, aber verliere dein Ziel nicht aus den Augen – denn eine faire Entlöhnung ist die verdiente Wertschätzung für deinen täglichen Einsatz. 

 

Quelle

Ein Ratgeber von Bildung-Schweiz.ch, dem unabhängigen Schweizer Bildungsportal für Aus- und Weiterbildung. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 29.02.2016, durch Martina Schuler. Diese Fassung wurde am 24.07.2026 redaktionell mit aktuellen Zahlen aus der Schweiz überarbeitet und ergänzt.

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