Wer bietet in der Schweiz ein Studium Mikroelektronik an?

Keyfacts

Die Mikroelektronik beschäftigt sich als Teilgebiet der Elektronik mit der Entwicklung und Konzeptionierung miniaturisierten, elektronischen Schaltungen.

8 zentrale Fachbereiche:
Chip-Design · VLSI · ASIC · FPGA · Analogschaltungen · MEMS · Halbleitertechnologie · Embedded Hardware

Studium ab Hochschulniveau:
Mikroelektronik wird in der Schweiz meist als Vertiefung innerhalb von Elektrotechnik-, Electrical-Engineering- oder Microengineering-Studiengängen angeboten.

Bachelor bis PhD:
Bachelor, Master und Promotion (PhD) an Fachhochschulen, Universitäten und ETH-Hochschulen.

Führende Schweizer Hochschulen und Forschungsinstitute:
ETH Zürich · EPFL · ZHAW · BFH · FHNW · CSEM · PSI · Empa

Hohe Nachfrage am Arbeitsmarkt:
Weltweiter Fachkräftemangel in der Halbleiterindustrie und Mikroelektronik.

Schweizer Lohnspanne:
CHF 95’000 bis CHF 190’000+ je nach Spezialisierung, Berufserfahrung und Funktion.

CAS- und MAS-Weiterbildungen:
Berufsbegleitende Spezialisierungen für Ingenieurinnen und Ingenieure in Mikroelektronik, FPGA, Embedded Systems und Hardwareentwicklung.

Mikroelektronik ist das hochspezialisierte Fundament moderner Technologien. Halbleiterchips, integrierte Schaltungen und Sensorsysteme stecken in Smartphones, Medizintechnik, Industrieanlagen, Fahrzeugen und Kommunikationssystemen. Die Schweiz zählt mit ETH Zürich, EPFL und Forschungsinstituten wie CSEM zu den wichtigen Mikroelektronik- und Halbleiterstandorten Europas. Die folgende Übersicht zeigt Studiengänge, Weiterbildungen, Hochschulen und Karrierewege in der Schweiz.

Was ist Mikroelektronik?

Mikroelektronik ist ein Teilgebiet der Elektronik und beschäftigt sich mit der Entwicklung, Herstellung und Integration miniaturisierter elektronischer Schaltungen auf Halbleiterbasis. Das zentrale Produkt sind integrierte Schaltkreise (ICs), auch Chips genannt, mit Millionen oder Milliarden von Transistoren auf wenigen Quadratmillimetern Silizium.

Im Unterschied zur klassischen Elektronik arbeitet die Mikroelektronik auf Halbleiter- und Materialebene und verbindet Elektronik mit Physik, Materialwissenschaft und Nanotechnologie.

Typische Anwendungen sind:

  • Prozessoren und Speicherchips
  • Sensoren und MEMS-Systeme
  • Kommunikations- und Funksysteme
  • Medizintechnik
  • Industrieautomation
  • Embedded Systems
  • Automotive-Elektronik
  • IoT-Geräte

Teilgebiete der Mikroelektronik

VLSI-Design

  • Very Large Scale Integration (VLSI) umfasst das Design hochkomplexer digitaler Chips mit Millionen von Logikgattern.

Analog IC Design

  • Entwicklung analoger und Mixed-Signal-Schaltungen wie Verstärker, ADCs, DACs oder PLLs für Kommunikation und Sensorik.

FPGA-Design

  • Programmierung rekonfigurierbarer Hardware mit VHDL, Verilog oder SystemVerilog für Signalverarbeitung und Hardwarebeschleunigung.

MEMS und Sensorik

  • Mikro-elektromechanische Systeme wie Beschleunigungs-, Druck- oder Drehsensoren für Industrie, Medizin und Fahrzeuge.

Halbleiterprozesse

  • Chipfertigung mit Lithografie, Dotierung, Ätzverfahren, Reinraumtechnik und Wafer-Produktion.

RF- und Hochfrequenztechnik

  • Hochfrequenzschaltungen für Mobilfunk, Radar, Satellitenkommunikation, GNSS und drahtlose Netzwerke.
Kooperationspartner
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Die Schweiz als Mikroelektronik-Standort

Die Schweiz verfügt über eine starke Forschungs- und Innovationslandschaft im Bereich Mikroelektronik und Halbleitertechnologie. ETH Zürich und EPFL gehören international zu den führenden technischen Hochschulen. Das CSEM in Neuenburg zählt zu den wichtigsten Forschungsinstituten Europas für Sensorik, MEMS und Low-Power-Systeme.

Zu den relevanten Unternehmen in der Schweiz gehören unter anderem:

  • u-blox
  • Sensirion
  • TE Connectivity
  • ABB
  • STMicroelectronics
  • Endress+Hauser
  • zahlreiche Deep-Tech-Startups

Wichtige Hochschulen und Forschungsstandorte in der Schweiz

ETH Zürich

  • Bachelor-, Master- und PhD-Programme in Electrical Engineering mit Vertiefungen in Integrated Systems, VLSI, Analog Circuits und Mikroelektronik.

EPFL Lausanne

  • Studiengänge in Electrical Engineering und Microengineering mit Schwerpunkten in MEMS, RF-Systemen, Halbleiterprozessen und Sensorik.

ZHAW Winterthur

  • Studiengänge in Elektrotechnik und Embedded Systems sowie berufsbegleitende Weiterbildungen in Hardwareentwicklung und Elektronik.

Berner Fachhochschule BFH

  • Bachelor- und Masterstudiengänge in Elektrotechnik mit Fokus auf Embedded Systems, FPGA-Design und Hardwareentwicklung.

FHNW Brugg-Windisch

  • Elektrotechnik-Studiengänge mit Vertiefungen in Elektronik, Embedded Systems und Leistungselektronik.

CSEM Neuenburg

  • Angewandte Forschung und Entwicklung in Sensorik, MEMS, Mikroelektronik und energieeffizienten Halbleitersystemen.

Studiengänge und Weiterbildungen in Mikroelektronik

Mikroelektronik wird in der Schweiz meist als Spezialisierung innerhalb von Elektrotechnik-, Electrical-Engineering- oder Microengineering-Studiengängen angeboten.

Bachelor- und Masterstudiengänge

Vertiefungen in:

  • Mikroelektronik
  • Chip-Design
  • Embedded Hardware
  • Signalverarbeitung
  • Sensorik
  • Halbleitertechnik
  • Kommunikationstechnik

CAS FPGA-Design und HDL

  • Weiterbildungen in VHDL, Verilog, Timing-Analyse und FPGA-Entwicklung.

CAS Embedded Hardware und IoT

  • Berufsbegleitende Programme zu Hardwareentwicklung, Low-Power-Design und Sensorintegration.

MAS Embedded Systems

  • Mehrjährige Weiterbildungsprogramme für Ingenieurinnen und Ingenieure mit Fokus auf Hardware- und Systemarchitektur.

Tool- und Spezialkurse

Weiterbildungen in:

  • Cadence Virtuoso
  • Synopsys Design Compiler
  • Analog IC Design
  • Signalverarbeitung
  • RF-Systemen
  • PCB-Design

PhD-Programme

Forschungsorientierte Promotionen an ETH Zürich oder EPFL – häufig in Zusammenarbeit mit Industriepartnern und Forschungsinstituten.

Berufsfelder in der Mikroelektronik

Mikroelektronik-Fachkräfte gehören weltweit zu den gefragtesten Ingenieurprofilen. In der Schweiz bestehen besonders gute Karrierechancen in Medizintechnik, Kommunikationstechnik, Sensorik, Industrieautomation und Halbleiterentwicklung.

IC Design Engineer

Entwicklung digitaler oder analoger integrierter Schaltungen mit professionellen EDA-Tools.

FPGA Engineer

Entwicklung von Hardware-Beschleunigern und Signalverarbeitungssystemen auf FPGA-Plattformen.

Halbleiter-Prozessingenieur/in

Optimierung von Fertigungsprozessen in Reinraumumgebungen und Halbleiterproduktion.

MEMS-Entwickler/in

Entwicklung mikro-elektromechanischer Sensoren und Aktuatoren für Medizin, Automotive und Industrie.

RF / HF IC Designer

Entwicklung von Hochfrequenzchips für Mobilfunk, Radar, Bluetooth, GNSS und Satellitentechnik.

Verification & Test Engineer

Verifikation, Simulation und Test elektronischer Systeme und Chips vor und nach der Produktion.

Lohn und Karriere in der Mikroelektronik Schweiz

Mikroelektronik zählt in der Schweiz zu den bestbezahlten Spezialisierungen innerhalb der Elektro- und Kommunikationstechnik. Besonders gefragt sind Fachkräfte in Analog IC Design, RF-Systemen, FPGA-Entwicklung und Halbleitertechnik.

Typische Jahreslöhne im Vollzeitpensum:

  • BSc Elektrotechnik FH: CHF 95’000–115’000
  • MSc FH: CHF 110’000–135’000
  • MSc ETH / EPFL: CHF 120’000–150’000
  • Senior IC Design Engineer: CHF 140’000–175’000
  • Principal / Staff Engineer: CHF 150’000–190’000+

Die tatsächlichen Löhne variieren je nach Branche, Spezialisierung, Unternehmensgrösse und Berufserfahrung.

Verwandte Fachbereiche

Elektronik: Entwicklung elektronischer Systeme, Embedded Systems, Signalverarbeitung und Hardwaredesign.

Elektrotechnik: Fokus auf Energietechnik, Automation, Kommunikationstechnik und elektrische Systeme.

Nanotechnologie: Miniaturisierte Materialien und Systeme für Halbleitertechnik, Sensorik und moderne Chiparchitekturen.

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