Gepostet 17.03.2016, Myriam Arnold
Die aktuelle Bildungsstudie zeigt auf, wie 337 befragte Weiterbildungsanbieter aus der ganzen Schweiz das Thema Qualität handhaben. Die Qualitätsfrage aus Sicht der Konsumenten lässt die Studie indes offen.
Sei es ein Abendessen beim Italiener, eine Übernachtung in der Jugendherberge oder der alljährliche Reifenwechsel beim Garagisten: Die Kundschaft erwartet, dass die Qualität der erbrachten Leistungen und des Services einwandfrei ist. Dafür bezahlt sie mit ihrem Geld. Erfolgreiche Gastronomen, Handwerker sowie alle anderen Dienstleister und Produzenten sind deshalb bemüht, die Qualität ihrer Angebote hochzuhalten und zu sichern – damit nicht irgendwann die Nachfrage abnimmt oder gar ausbleibt.
Auch im Weiterbildungsmarkt spielt die Qualität eine wichtige Rolle – und das nicht nur auf Seiten der Konsumenten bei der Wahl des passenden Lehrgangs. Wie die aktuelle Bildungsstudie vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB) und der apv communications ltd. zeigt, verfügen nämlich 81% der befragten Weiterbildungsanbieter über mindestens ein Qualitätslabel und setzen sich somit mit der Qualitätsfrage auseinander. An der Studie nahmen 337 Weiterbildungsanbieter aus der Deutschschweiz (72%), der Romandie (21%) und dem Tessin (7%) teil. Obwohl sie nicht repräsentativ ist, verschafft die Umfrage einen groben Überblick über das Qualitätsverständnis und -management der Weiterbildungsanbieter.
Wichtigste Erkenntnisse:
Der Weiterbildungsmarkt kann gemäss Matthias Aebischer, Präsident des SVEB, mit einem Dschungel verglichen werden: Er ist heterogen, mit einem Volumen von 5.3 Milliarden Schweizer Franken äusserst gross und kaum zu überblicken. „Völlig orientierungslos ist man aber nicht, wenn man sich einen Weg durch das Dickicht der Angebote sucht“, schreibt Aebischer im Vorwort der Studie. Qualitätslabel würden Unterstützung bieten.
In jeder Branche sind Bemühungen zur Qualitätssicherung wichtig. Labels – wenn vorhanden – schön und gut. Dennoch lassen sich schwarze Schafe nicht ausschliessen. Trotz bestem Label kann ein Hotel Bettwanzen haben oder ein Englisch-Kurs zum Einschlafen langweilig sein. Zentral ist in solchen Fällen, dass sich die Konsumenten wehren. Denn so spielt der Markt: Wer zahlt, befiehlt.
Auf eine repräsentative Umfrage, welche die andere Seite – wie qualitativ hochstehend die Schweizer Weiterbildungsangebote aus Sicht der Konsumenten sind – beleuchtet, darf man mit Spannung warten. Vorerst bleibt dieses auf den Instrumenten der Qualitätssicherung niedergeschriebene Wissen aber im Verborgenen.